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gamescom 2025 – wir waren da!

Von Sandro Aiello, Franz Hackenberg

Die gamescom gilt seit Jahren als das weltweit größte Event rund um Computer- und Videospiele. Auch 2025 stellte sie diesen Ruf eindrucksvoll unter Beweis. In Köln versammelten sich dieses Jahr rund 357.000 Besucher:innen aus 128 Ländern, dazu kamen 34.000 Fachbesucher:innen und über 1.568 Aussteller:innen aus 72 Ländern. Der Auslandsanteil lag bei stolzen 70 %, und verteilt war das Ganze auf mehr als 233.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Vieles zu entdecken, wir berichten von unseren Highlights!

Von Wildcards, Warteschlangen und langen Tagen

Für uns hat sich der Besuch am Mittwoch, dem sogenannten Wildcard-Tag, besonders gelohnt. Zwar sind die Tickets mit rund 60 € teurer als die normalen Tageskarten, dafür sind die Hallen aber noch vergleichsweise leer. Schon ab Donnerstag steigen die Besucherzahlen merklich, und ab Freitag waren die Schlangen erheblich länger. Von Donnerstag bis Samstag waren die Tickets ausverkauft, dass hat sich in den Messenhallen stark wiedergespiegelt.

Wir haben Leute getroffen, die bereits um 6 Uhr morgens vor den verschlossenen Messehallen warteten. Obwohl diese offiziell erst um 9 Uhr öffnen. Wer also unbedingt ein bestimmtes Game anspielen möchte, sollte entweder viel Geduld mitbringen oder sehr früh aufstehen.

gamescom – mehr als nur eine Spielemesse

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Mehr als nur Zocken

Die gamescom ist längst keine reine Spielemesse mehr. Zwischen Indie-Studios, großen Publishern und Retro-Area (leider ohne Tischkicker) gibt es auch jede Menge Unternehmen, Universitäten und sogar die Bundeswehr, die junge Leute ansprechen wollen. Hier lohnt sich auch ein kritischer Blick: nicht jede Recruiting-Strategie passt unbedingt in den Kontext einer Spielemesse.

Sabaton Konzert

Sehr gelungen fanden wir dagegen die Event Arena: Konzerte wie Sabaton, das Prime League-Finale oder der traditionelle Cosplay-Contest waren Highlights und das kostenlos. Neu in diesem Jahr: Die Arena war in Halle 1 untergebracht, sodass endlich wieder alle Entertainment-Hallen direkt nebeneinander lagen

Auch branchenfremde Stände wie Netflix oder Duplo trugen zur Vielfalt bei. Bei Netflix gab es nicht nur eine Replika des One Piece-Schiffs, sondern auch Fotostände, kostenlose Snacks (Hot Dogs, Cookies, Eistee, Kinder Joy, Lollis) und Live-Performances. Wer sich geschickt anstellte, konnte den Messetag praktisch ohne Essens- und Trinkenausgaben überstehen. Und wer dachte, Rasierer hätten auf einer Spielemesse nichts verloren, wurde im Fortnite-Bus eines Besseren belehrt.

Die Spiele im Fokus

Dieses Jahr standen die neuen Spiele im Mittelpunkt. Von Pokémon über Borderlands 4 bis hin zu Call of Duty: Black Ops 7 (noch nicht spielbar, aber mit Beta-Key) war vieles vertreten. Auffällig war allerdings, dass große Publisher wie Sony fehlten und Microsoft deutlich kleiner auftrat als in früheren Jahren.
Besonders ans Herz legen wollen wir euch die Indie Arena Booth. Dort präsentieren kleinere Studios ihre Projekte, und die Qualität ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen, sowohl grafisch als auch spielmechanisch.

Förderungen und Chancen für Entwickler:innen

Auf der gamescom konnten wir uns auch mit verschiedenen Förderern unterhalten. Wer ein eigenes Spiel entwickeln möchte, hat zwei wichtige Förderwege: regional in Baden-Württemberg und auf europäischer Ebene.

Für Entwickler:innen in Baden-Württemberg stehen derzeit 1,2 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Gefördert werden Projekte in allen Phasen: von der ersten Konzeptidee über den spielbaren Prototyp bis hin zur eigentlichen Produktion. Je nach Projektgröße reicht die Förderung von kleineren Beträgen für den Einstieg bis hin zu mehreren Hunderttausend Euro für umfangreichere Produktionen. Besonders im Blick stehen Spiele mit kulturellem oder pädagogischem Wert sowie innovative Projekte, die spielerische Elemente in neue Zusammenhänge übertragen.

Auf europäischer Ebene gibt es das Programm Video Games and Immersive Content Development. Gefördert wird ausschließlich die Entwicklung von Prototypen, also bis zum ersten spielbaren Stand. Der Fördertopf umfasst rund 7 Millionen Euro, pro Studio sind bis zu 200.000 Euro möglich. Für die anschließende Produktion gibt es keine Mittel. Das liegt daran, dass das Programm ursprünglich aus der Filmförderung stammt.

Wenn ihr jetzt selbst ein Spiel entwickeln wollt, wisst ihr zumindest, wo ihr anfangen könnt. In Baden-Württemberg könnt ihr euch an die regionalen Förderstellen wenden, für die erste prototypische Version gibt es außerdem die europäischen Mittel.

Quelle: https://games-bw.mfg.de/foerderung/, https://creative-europe-desk.de/artikel/foerderung/video-games-and-immersive-content-development

Unsere Tipps für die nächste gamescom Season:

Übernachten: Hotels, Airbnb oder andere Unterkünfte sind in Köln und Umgebung verfügbar, allerdings steigen die Preise in der Zeit der gamescom oft stark an. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann alternativ im gamescom Camp zelten. Dort gibt es saubere Duschen und Toiletten. Abends bietet das Camp zusätzlich Spiele und Gemeinschaftsprogramme an, darunter eine große Party mit Lichtschwertern und Cosplayern, Mario Kart auf einer großen Leinwand und sogar einen Tischkicker.


Eine andere günstige Alternative sind Jugendherbergen in Köln und Umgebung.

Parallel zur Messe lockte das gamescom city festival mit Konzerten und Street Food in die Kölner Innenstadt. Rund 80.000 Menschen feierten dort abseits der Messehallen.

Unser Fazit:

Die gamescom 2025 war für uns ein Mix aus Spektakel, Geduldsspiel und Festival-Feeling. Wer die Messe besucht, sollte sich auf volle Hallen und lange Schlangen einstellen, wird dafür aber mit einzigartigen Eindrücken belohnt.

gamescom LAN

Der nächste Termin ist die gamescom LAN. Sie findet vom 20. bis 22. März 2026 auf der Koelnmesse statt. Teilnehmer:innen können dort gemeinsam spielen, an Turnieren teilnehmen und neue Kontakte knüpfen, bevor die gamescom 2026 vom 26. bis 30. August 2026 stattfindet.

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